GeoRoute Ruhr

Geostopp 125-128 (Südroute)

Hattingen-Bredenscheid

125 Bismarckturm Lembeck

125 Bismarckturm Lembeck

Um 1900 wurde der Bismarckturm auf dem Hohenstein (182 mNN) im Hattinger Stadtwald errichtet. Als Standort wählte man eine exponierte Lage auf widerstandfähigem Fels. An der Turmrückseite sieht man den steilen Abfall der etwa 14 m hohen Felsenwand. Sie besteht aus dem Wasserbank-Sandstein der Sprockhövel-Formation. Stellenweise unterbrechen dünne Tonsteinschichten den mächtigen und harten Sandsteinfelsen. Der 11 Meter hohe Turm selbst besteht ebenfalls aus Sandstein. Wahrscheinlich wurden die notwendigen Bruchsteine für den Turmbau aus ehemaligen Steinbrüchen in näherer Umgebung gewonnen.

126 Klippenreihe Sünsbruch

126 Klippenreihe Sünsbruch

Die Straße „Sünsbruch“ am südlichen Ortsende von Hattingen umrundet einen auffällig lang gezogenen, bewaldeten Bergrücken. Nach der Brücke über den Sprockhöveler Bach erreicht man nach wenigen Schritten rechts um die Bergspitze herum eine etwa 200 m lange Klippenreihe. Hier ragt der Wasserbank-Sandstein aus dem Hang heraus. Es lohnt sich, der Klippenreihe durch den Wald zu folgen. Dort sind interessante Strukturen im Gestein zu sehen. Einzelne Sandsteinschichten sind hier stellenweise schräg aufeinander geschichtet. Sie zeigen an, dass das Gestein in einem Flusssystem oder -delta abgelagert wurde. Das gesamte Schichtenpaket fällt deutlich in den Hang hinein, das heißt, es ist nach Norden zu geneigt Wenn man am Ende der Sandsteinklippen querfeldein den Bergrücken erklimmt, blickt man über das Sprockhöveler Bachtal hinweg. Auf der gegenüberliegenden Talseite erkennt man die Fortsetzung des Sandsteinzuges.

127 Holthausener Sattel

127 Holthausener Sattel

Am Abzweig der Bredenscheider Straße in die Straße Lüggersegge erhebt sich gleich nach dem Bach ein Höhenrücken. Dort hinter dem Fabrikgebäude ist ein kleiner stillgelegter Sandsteinbruch. Modellhaft erkennt man in der Felswand eine nach oben gewölbte Gesteinsfalte (Sattel). Es ist der Holthausener Sattel. Direkt im Kern der Falte setzt ein Stollenmundloch an. Vermutlich wurde dort erfolglos nach Kohle gegraben. Bei genauem Hinsehen fallen im Sandstein einzelne Lagen auf, in denen viele Kieselsteine vorkommen. Solche Gesteine bezeichnet man als Konglomerat. Das hier zu sehende Gestein ist der sogenannte Kaisberg-Sandstein, benannt nach einem Berg in Hagen-Vorhalle am Harkortsee. Über den Sandsteinbänken folgen Tonsteine. Sie führen fossile Pflanzenreste: Schachtelhalme (Calamites) und Farne (z.B. Neuropteris), die rechts vom Sattelkern hinter der Betonmauer zu finden sind.

Gesteinsfalte über Eisentür

Holthausener Sattel

Im Tal des Sprockköveler Baches lässt sich der Holhausener Sattel an drei Aufschlüssen nachverfolgen.

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128 Steinbruch Bredenscheid

128 Steinbruch Bredenscheid

Der alte Steinbruch Bredenscheid befindet sich an der Elfringhauser Straße auf der Schreppingshöhe. In den 1930er Jahren wurden hier Werksteine für die GRUGA in Essen gewonnen. 1950 erhielt das Gelände als Verladestation für geförderte Steinkohle eine neue Bedeutung. Die Kohlen gelangten hier auf den Schienenweg der Strecke Hattingen-Barmen-Wichlinghausen. Heute ist auf dem Gelände eine interessante Geologie zu entdecken. Im oberen Steinbruchareal blickt man auf eine große Schichtfläche eines kohligen Tonsteins. Die Struktur der Fläche ist chaotisch, unregelmäßig und uneben. Bei näherer Betrachtung fallen zahlreiche fossile Reste von Pflanzenwurzeln auf. Es ist der Wurzelboden unter Flöz Wasserbank 1. Das Flöz entstand aus abgestorbenen Pflanzen eines ehemaligen Waldmoores. Die Pflanzenfossilien sind überlieferte Reste eines Wurzelhorizonts von einem karbonzeitlichen Waldmoor, das vor über 300 Millionen Jahren existierte. Im Vergleich zur „Klippenreihe Sünsbruch“ fallen die Gesteinsschichten hier nach Süden ein. Wir befinden uns auf der Südflanke des Holthausener Sattels.

Texte: Mügge-Bartolović, V. (2010): GeoRoute Ruhr: Durch das Tal des schwarzen Goldes, Regionalverband Ruhr und GeoPark Ruhrgebiet e.V. (Hrsg.), Essen.