GeoRoute Ruhr

Geostopp 129-135 (Südroute)

Hattingen-Stüter

129 Kleines Fachwerkhaus

129 Kleines Fachwerkhaus

Auf dem Gelände von Haus Theresia befand sich ursprünglich der Bauernhof Hegenberg. Das seit 1982 denkmalgeschützte kleine Fachwerkhaus an der Straße ist nach einem Brand der einzige Zeuge des früheren Bauernhofes. 1922 bezog Theresia Albers, die Gründerin des Ordens „Schwestern zum Zeugnis der Liebe Christi“ dieses Haus als ihre erste Wohnstätte in Bredenscheid. Das als „Backes“ bezeichnete schmucke Fachwerk war einst das bäuerliche Backhaus der Familie Hegenberg. Es stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde 2001/2 denkmalgerecht von innen und außen saniert.

130 Zeche Geduld

130 Zeche Geduld

1892 betreibt die ehemalige Zeche Geduld hier im Paasbachtal einen Stollen. Das Mundloch befand sich wenige Meter oberhalb des Wanderwegs neben dem Friedhof. Es sind noch Bergbauspuren (Pinge) im Gelände zu sehen. Aus Bergbauberichten ist bekannt, dass die hier geförderten Kohlen von 1892 bis 1900 über eine Pferdeschleppbahn zum Bredenscheider Bahnhof transportiert wurden. Die Schleppbahn folgt dem Verlauf des heutigen Wanderwegs. Auch im 20. Jahrhundert war die Zeche Geduld noch in Betrieb. Jedoch wurde sie 1964 wegen erschöpfter Kohlenvorräte stillgelegt. Unterhalb des ehemaligen Mundlochs sieht man, wie das Grubenwasser aus der Stollenrösche in den Paasbach fließt. Das Wasser ist infolge seines Eisengehaltes deutlich rotbraun gefärbt. Der kleine Waldfriedhof gehört zum Haus Theresia. Hier finden die Ordensfrauen aus dem Mutterhaus der „Schwestern vom Zeugnis der Liebe Christi“ ihre letzte irdische Ruhestätte. Auch das Grab von Mutter Theresia Albers (gestorben am 21.01.1949), die Gründerin dieses Ordens, befindet sich auf diesem Friedhof. Auf ihrem Grabstein steht geschrieben: „Ihr Leben war Liebe“. Aber auch russische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus dem Zweiten Weltkrieg liegen hier begraben.

131 Zeche Hoffnungsthal

131 Zeche Hoffnungsthal

1853 legte die Zeche Hoffnungsthal hier vom Paasbach aus einen Stollen an. Auf der Weide gegenüber der Einmündung des Gedulder Wegs in die Hackstückstraße ist der Verlauf des Stollens noch zu sehen. Durch das Zusammensacken des Grubenbaus hat sich die Weide gesenkt. Eine langgezogene Stufe zieht sich durch die Geländeoberfläche und zeichnet den Stollenverlauf nach. Die Zeche baute im Flöz Hauptflöz ab. Aus einem anfänglichen Kleinbetrieb entwickelte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine Förderanlage mit fast 500 Belegschaftsmitgliedern. Nach dem Übergang in die Westf. Kohlenwerke A.-G. im Jahr 1900 ging die Zeche zum Tiefbau über. Der Stollenbetrieb war aber nicht mehr rentabel und wurde 1902 stillgelegt. Hoffnungsthal gehörte zu den ersten Zechen im Ruhrgebiet, die ihre Kohlen zu Briketts verarbeiteten.

132 Hof Waskönig

132 Hof Waskönig

Das Bauernhaus an der Hackstückstraße Nr. 92 dokumentiert das enge Miteinander des frühen Kohlenbergbaus und der Landwirtschaft. An der von der Straße aus zu sehenden Fachwerkwand sind die großen Buchstaben DHWK und ACHB zu lesen. Es sind die Initialen von Diedrich Heinrich Waskönig und Anna Catharina Hegenberg. Neben der Landwirtschaft war die Familie auch im Kohlenbergbau tätig. So wurde 1754  Heinrich Waskönig als Lehnsträger der Zeche Alte Haase in die Bergbauakten eingetragen. 1771 war Giesbert Waskönig nach eigener Angabe beim Bergamt zur Hälfte an Alte Haase beteiligt. Obwohl der Zechenbesitz im Laufe der Jahre zunehmend in Besitz auswärtiger Investoren gelangte, war die Familie Waskönig selbst 1879 noch am Bergwerk beteiligt. Sicherlich ist der Gewinn aus der Zeche auch in den prächtigen Bau des Bauernhauses geflossen.

133 Hof Vogelbruch

133 Hof Vogelbruch

In der Nähe des heutigen Hofs Vogelbruch ging 1792 die Kleinzeche Vogelbruch in Betrieb. Der Hof war namengebend für die Zeche. Die Bergwerksbeschäftigten bauten im Stollenbetrieb Flöz Wasserbank ab. 1814 folgte aus wirtschaftlichen Gründen die Konsolidierung mit der nahe gelegenen Zeche Wildenberg. Relikte des alten Bergbaus sind nicht mehr zu finden. Der Hof ist jedoch noch erhalten geblieben.

 

Infotafel

Bergbauwanderwege Sprockhövel

Sechs Bergbaurundwanderwege unter dem Motto „Die Spur der Kohle“, die vom Heimat- und Geschichtsverein Sprockhövel e.V. und dem Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e.V. betreut werden.

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(Alte-Haase-Weg Süd)

134 Hohlweg Stüter

134 Hohlweg Stüter

Westlich des Hibbelwegs führt der Wanderweg in einem Waldstück durch einen alten Hohlweg. Pferdehufe und Wagenräder haben im Laufe der Jahrhunderte tiefe Spuren in dem hier vorkommenden weichen Tonstein hinterlassen. Vorsicht ist bei Regenwetter geboten, da der Wanderer schnell knöchelhoch im Tonschlamm einsinken kann.

Infotafel

Bergbauwanderwege Sprockhövel

Sechs Bergbaurundwanderwege unter dem Motto „Die Spur der Kohle“, die vom Heimat- und Geschichtsverein Sprockhövel e.V. und dem Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e.V. betreut werden.

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(Alte-Haase-Weg Süd)

135 Hibbel-Kotten

135 Hibbel-Kotten

In dem nach der Flurbezeichnung „In der Hibbel“ benannten Kotten am Hibbelweg wohnte Georg Peter Hilgenstock (1753 – 1826). Im Auftrag des Bergamts erteilte der Staatsbeamte Gewerken (Eigentümer eines Bergwerks) und Steigern (Aufsichtsperson im Bergbau) Anordnungen zum Führen ihrer Bergwerksbetriebe. Hilgenstock qualifizierte viele Bergbeamte, Bergwerksdirektoren und Bergbauingenieure, die nicht nur im Ruhrgebiet, sondern auch in Belgien, Frankreich und den USA hohes Ansehen erreichten.

Texte: Mügge-Bartolović, V. (2010): GeoRoute Ruhr: Durch das Tal des schwarzen Goldes, Regionalverband Ruhr und GeoPark Ruhrgebiet e.V. (Hrsg.), Essen.
 

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