Bochumer Ursaurier im Steinbruch Stiepel

GeoRoute Ruhr

Dieser Steinbruch ist der Fundort der "Bochumer Fährte". Die Fußspur mit dem wissenschaftlichen Namen "Ichniotherium praesidentis" gehört zu einem Saurier, der ein Bindeglied zwischen Amphipien und Reptilien darstellt. Das Fossil aus dem Oberkarbon wurde geborgen und kann im Deutschen Bergbau-Museum Bochum besichtigt werden. Am Steinbruch steht eine Infotafel. Der Saurier, der in einem Namenswettbewerb "Fährtinand" getauft wurde, ist das Maskottchen des GeoPark Ruhrgebiet.

Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Weitere Informationen

Der Aufschluss liegt an der GeoRoute Ruhr

GeoRoute Ruhr

und am

Historischen Bergbauwanderweg Bochum-Süd

Presse

WAZ-Artikel (17.06.2013)

WAZ-Artikel (17.10.2017)  

In der Nähe

Stiepeler Dorfkirche

Standort

Adresse: An der alten Fähre, Bochum
UTM-Koordinaten (Zone 32): RW: 377348 HW: 55697193
ÖPNV: Bushaltestelle Stiepeler Dorfkirche (800 m)

Downloads

Links und Literatur

 

Voigt, S. & Ganzelewski, M. (2010): Toward the origin of amniotes: Diadectomorph and synapsid footprints from the early Late Carboniferous of Germany. Acta Palaeontologica Polonica 55 (1), S. 57-72.

Artikel (PDF)

Zu diesem Geotop

Ursaurierfährten im Ruhrgebiet

Ursaurierfährten im Ruhrgebiet

In diesem kleinen Steinbruch entdeckte im Jahr 2012 eine Familie aus Dortmund auf einer freiliegenden Gesteinsfläche die versteinerten Abdrücke einer Tierfährte. Die wissenschaftliche Untersuchung der insgesamt sechs aufgefundenen Fußabdrücke erlaubte die Bestimmung als Ichniotherium praesidentis. Die Spur gehört somit einem Tier, welches ein Bindeglied zwischen Amphibien und Reptilien darstellt.  Es ist ein  Vorläufer aller Landwirbeltiere, wie Kriechtiere, Dinosaurier,  Vögel und Säugetiere.

Bislang waren aus dem Ruhrgebiet nur drei solcher Fährten bekannt, die aber aus etwas jüngeren Schichten stammten. Vergleichbare Funde gibt es aus dem Saarland, dem Zwickauer Karbon in Sachsen, aus Großbritannien und Nordamerika. Es handelt sich bei der neu entdeckten Spur um die älteste Wirbeltierfährte in Deutschland. Nicht nur wegen des Alters und der Seltenheit derartiger Funde, sondern auch dadurch, dass sich die Fährtenplatte noch im ursprünglichen Gesteinsverband befand, ist der Fund von sehr großer wissenschaftlicher Bedeutung.

Fundschicht und Aussehen des Bochumer Ursauriers

Fundschicht und Aussehen des Bochumer Ursauriers

Wie die genauere Untersuchung der Fundschicht ergab, handelt es sich bei dem Gestein um den „Finefrau-Sandstein“. Dieses Gestein entstand aus Sandablagerungen in einem ehemaligen Fluss, der vor etwa 316 Millionen Jahren die Waldmoore des heutigen Ruhrgebiets durchströmte, aus denen die Steinkohle entstand. Der Bochumer „Ursaurier“ hinterließ seine Hand- und Fußabdrücke am feuchten Flussufer oder auf einer Sandbank im Fluss.

Wie das Tier aussah, das die Fährte verursachte, weiß man nicht genau. Erst aus der Zeit des Perms (vor ca. 280 Millionen Jahren) sind Skelette vergleichbarer Tiere bekannt, die eine Rekonstruktion erlauben. Die Größe der Fußspuren (20 cm) und der Abstand zwischen den rechten und linken Fußabdrücken, lassen vermuten, dass das Tier fast die Größe eines Hausschweins gehabt hat.

Bergung

Bergung

Da die Fährtenplatte durch Verwitterung oder Vandalismus gefährdet war, wurde sie 2013 in einer aufwändigen Aktion geborgen. Mit Hilfe von Vorbohrungen wurde die 2 m2 große und 2 t schwere Sandsteinplatte aus dem Felsverband gelöst und auf einem gepolsterten Untergrund aufgefangen. Die Platte ist im kürzlich renovierten Deutschen Bergbau-Museum Bochum zu ausgestellt, wo auch die zwei geologisch etwas jüngeren Fährtenfunde aus den Jahren 1923 und 1957 ihren Platz haben. Der GeoPark-Ruhrgebiet ist in Besitz eines Abgusses von der Fährtenplatte, die im Geologischen Dienst NRW in Krefeld ausgestellt ist.

Namenswettbewerb und Maskottchen

Namenswettbewerb und Maskottchen

Im Jahr 2017 veranstaltete der GeoPark Ruhrgebiet einen Namenswettbewerb, bei dem der Verursacher der Fährte auf den Namen "Fährtinand" getauft wurde, einer Kombination aus der Bochumer „Fährte“ und dem bekannten Namen Ferdinand. Desweiteren wurden aus den 150 Namensvorschlägen auch die Namen „Tracy“ nach dem englischen Wort für Spur und „Bosti“, eine Kombination von Bochum und Stiepel, prämiert. Das GeoPark-Maskottchen „Fährtinand“ ist ein häufiger Begleiter von Kinderaktionen und ziert auch das GeoPark-Entdeckerheft.

Logo und Leute vor Felswand mit Logo

GeoRoute Ruhr

Streckenwanderung entlang des Ruhrtals über insgesamt 180 Kilometer Länge mit 148 geologischen und touristischen Geostopps. Die Route wird vom GeoPark Ruhrgebiet betreut.

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Eckiger Turm aus Naturstein gemauert

Historischer Bergbauwanderweg Bochum-Süd

Bergbauhistorischer Rundweg durch den Süden von Bochum mit einer Länge von 16 Kilometern und 33 Stationen. Der Weg wird von der Stadt Bochum betreut.

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Stolleneingang auf Wiese mit Infotafel

Gibraltar

Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Gibraltar stehen heute Bootshäuser und ein Restaurant. Hier ist ein Flözaufschluss und Eingang des Gibraltar-Erbstollens zu sehen. In einiger Entfernung befindet sich ein alter Sandsteinbruch mit einem weiteren Flözaufschluss.

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Museumsgebäude mit Fördergerüst

Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Das größte Bergbaumuseum der Welt verfügt über ein Anschauungsbergwerk mit Seilfahrtsimulator. Hier ist auch die Fährte des Bochumer Ursauriers ausgestellt.

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