Bochumer Ursaurier im Steinbruch Stiepel

GeoRoute Ruhr

Dieser Steinbruch ist der Fundort der "Bochumer Fährte". Die Fußspur mit dem wissenschaftlichen Namen "Ichniotherium praesidentis" gehört zu einem Saurier, der ein Bindeglied zwischen Amphipien und Reptilien darstellt. Das Fossil aus dem Oberkarbon wurde 2013 geborgen und wird im Deutschen Bergbau-Museum Bochum aufbewahrt. Am Steinbruch steht eine Infotafel. Der Saurier, der in einem Namenswettbewerb "Fährtinand" getauft wurde, ist das Maskottchen des GeoPark Ruhrgebiet.

Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Modell eines Ursauriers
Hinweis: Wenn Sie das Video aktivieren, werden Daten an die externe Videoplattform YouTube übermittelt und Sie erklären sich gleichzeitig damit einverstanden. Weitere Infos dazu finden Sie hier.

Video der Stadt Bochum zum Bochumer Ursaurier

Versteinerter Fußabdruck
Fährtenfossil im Finefrau-Sandstein des Steinbruchs © GeoPark Ruhrgebiet
Zeichung eines grünen Ursauriers, ders ich  mit einem Schachtelhalm kratzt

Weitere Informationen

Der Aufschluss liegt an der GeoRoute Ruhr

GeoRoute Ruhr

und am

Historischen Bergbauwanderweg Bochum-Süd

Presse

WAZ-Artikel (17.06.2013)

WAZ-Artikel (17.10.2017)  

In der Nähe

Stiepeler Dorfkirche

Infos

Adresse: An der alten Fähre, 44797 Bochum
UTM-Koordinaten (Zone 32): RW: 377348 HW: 5697193
ÖPNV: Bushaltestelle Stiepeler Dorfkirche (800 m)

Downloads

GeoPark Ruhrgebiet

Links und Literatur

Fährtinand-Malvorlagen zum Ausdrucken

Foto: © RVR

Turnbeutel Bochumer Ursaurier

Der Stoffbeutel "Fährtinand" ist für 5 Euro im Onlineshop des RVR erhältlich.

Onlineshop RVR

Zu diesem Geotop

Ursaurierfährten im Ruhrgebiet

In diesem kleinen Steinbruch entdeckte im Jahr 2012 eine Familie aus Dortmund auf einer freiliegenden Gesteinsfläche die fossilen  Abdrücke einer Tierfährte. Die wissenschaftliche Untersuchung der insgesamt sechs aufgefundenen Fußabdrücke erlaubte die Bestimmung als Ichniotherium praesidentis. Die Spur gehört somit einem Tier, welches ein Bindeglied zwischen Amphibien und Reptilien darstellt. Es ist ein Vorläufer aller Landwirbeltiere wie den Kriechtieren, Dinosauriern, Vögeln und Säugetieren.

Bislang waren aus dem Ruhrgebiet nur drei solcher Fährten bekannt, die aber aus etwas jüngeren Schichten stammten. Vergleichbare Funde gibt es aus dem Saarland, dem Zwickauer Karbon in Sachsen, aus Großbritannien und Nordamerika. Es handelt sich bei der neu entdeckten Spur um die älteste Wirbeltierfährte in Deutschland. Nicht nur wegen des Alters und der Seltenheit derartiger Funde, sondern auch dadurch, dass sich die Fährtenplatte noch im ursprünglichen Gesteinsverband befand, ist der Fund von sehr großer wissenschaftlicher Bedeutung.

Infotafel vor Felswand
Steinbruch mit Infotafel © Engelbert Wührl
Fußabdruck im Gestein
Fossiler Fußabdruck © A. Grabowski

Fundschicht und Aussehen des Bochumer Ursauriers

Wie die genauere Untersuchung der Fundschicht ergab, handelt es sich bei dem Gestein um den „Finefrau-Sandstein“. Dieses Gestein entstand aus Sandablagerungen in einem ehemaligen Fluss, der vor etwa 316 Millionen Jahren die Waldmoore des heutigen Ruhrgebiets durchströmte, aus denen die Steinkohle entstand. Der Bochumer „Ursaurier“ hinterließ seine Hand- und Fußabdrücke am feuchten Flussufer oder auf einer Sandbank im Fluss.

Wie das Tier aussah, das die Fährte verursachte, weiß man nicht genau. Erst aus der Zeit des Perms (vor ca. 280 Millionen Jahren) sind Skelette vergleichbarer Tiere bekannt, die eine Rekonstruktion erlauben. Die Größe der Fußspuren (20 cm) und der Abstand zwischen den rechten und linken Fußabdrücken, lassen vermuten, dass das Tier fast die Größe eines Hausschweins gehabt hat.

Modell eines Ursauriers
Modell eines karbonzeitlichen Tetrapoden (Ursaurier). Das Modell gehört dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum und wurde von dem Künstler Hein Derichsweiler angefertigt. © GeoPark Ruhrgebiet

Bergung

Da die Fährtenplatte durch Verwitterung oder Vandalismus gefährdet war, wurde sie 2013 in einer aufwändigen Aktion geborgen. Mit Hilfe von Vorbohrungen wurde die 2 m2 große und 2 t schwere Sandsteinplatte aus dem Felsverband gelöst und auf einem gepolsterten Untergrund aufgefangen. Die Platte ist heute im Besitz des Deutschen Bergbau-Museum Bochum, dort haben auch die zwei geologisch etwas jüngeren Fährtenfunde aus den Jahren 1923 und 1957 ihren Platz. Der GeoPark Ruhrgebiet verfügt über einen Abguss der Fährtenplatte, die im Geologischen Dienst NRW in Krefeld ausgestellt ist.

Männer mit Kletterausrüstung
Bergung der Fährtenplatte © GeoPark Ruhrgebiet

Namenswettbewerb und Maskottchen

Im Jahr 2017 veranstaltete der GeoPark Ruhrgebiet einen Namenswettbewerb, bei dem der Verursacher der Fährte auf den Namen "Fährtinand" getauft wurde, einer Kombination aus der Bochumer „Fährte“ und dem bekannten Namen Ferdinand. Desweiteren wurden aus den 150 Namensvorschlägen auch die Namen „Tracy“ nach dem englischen Wort für Spur und „Bosti“, eine Kombination von Bochum und Stiepel, prämiert. Das GeoPark-Maskottchen „Fährtinand“ ist ein häufiger Begleiter von Kinderaktionen und ziert auch das GeoPark-Entdeckerheft.

Zwei Männer und eine Frau hinter Platte mit Fährtenfossil
Gewinner des Namenswettbewerbs mit dem Abguss der Fährte am Fundort © GeoPark Ruhrgebiet
Schulklasse vor Felswand
Schulklasse aus Bochum Langendreer am Tag der Preisverleihung © GeoPark Ruhrgebiet
Aus dem Fährtenfund wurde das GeoPark-Maskottchen „Fährtinand“. © GeoPark Ruhrgebiet
Logo und Leute vor Felswand mit Logo

GeoRoute Ruhr

Streckenwanderung entlang des Ruhrtals über insgesamt 180 Kilometer Länge mit 148 geologischen und touristischen Geostopps.

Mehr dazu
Eckiger Turm aus Naturstein gemauert

Historischer Bergbauwanderweg Bochum-Süd und Bergbauwanderweg Ruhr-Universität Bochum

Bergbauhistorischer Rundweg durch den Süden von Bochum mit einer Länge von 25 Kilometern und 33 Stationen.

Mehr dazu
Museumsgebäude mit Fördergerüst

Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Das größte Bergbaumuseum der Welt mit Rundgängen zu den Themen Steinkohle, Bergbau, Bodenschätze und Kunst und einem Anschauungsbergwerk

Mehr dazu