GeoRoute Ruhr

Geostopp 86-91 (Hauptroute)

Wetter/Herdecke

86 Harkortturm

86 Harkortturm

In Andenken an den Industriepionier und Politiker Friedrich Harkort wurde 1884 der Harkortturm errichtet. Der Turm steht auf etwa 232 mNN und bietet bei schönem Wetter einen ausgezeichneten Fernblick über den Harkortsee bis ins Sauerland. 130 Stufen führen auf die Aussichtsplattform. Ruhrsandstein wurde für den Sockelbau des 35 Meter hohen Turms verwendet, der in einem ehemaligen Steinbruch an Ort und Stelle abgebaut werden konnte.

Beschreibung auf der Route Industriekultur

 

87 Harkortberg

87 Harkortberg

Sowohl von Herdecke als auch von Wetter kommend führen die Wanderwege zunächst durch relativ steil ansteigendes Gelände auf den Harkortberg (210 mNN) hinauf. Oben angekommen, erstreckt sich ein mehrere 100 Meter langes Plateau mit vielen idyllischen Aussichtspunkten auf das Ruhrtal. Würde man den Harkortberg wie eine Torte einmal quer durchschneiden, so könnte man im Innern den Verlauf der Gesteinsschichten erkennen. Die Schichten sind zu einer kilometerlangen Falte gebogen. Die Falte ähnelt der Form eines Koffers und wird als Kofferfalte bezeichnet. Der Harkortturm und die zahlreichen Aussichtspunkte befinden sich auf dem flachen Top der Kofferfalte, dem Harkort-Sattel.

Felswand aus Sandsteinen

Harkortsattel

Eine kilometerlange Gesteinsfalte, welche den Harkortberg bildet.

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88 Eulalia-Stollen

88 Eulalia-Stollen

Etwas abseits der GeoRoute Ruhr befindet sich an der Böschung der Bundesstraße 234, etwa auf halber Strecke zwischen Wetter und Herdecke, das Mundloch vom Eulalia Stollen. Einen freien Blick auf dieses Objekt erhält man vom Uferweg aus, der parallel zur Bundesstraße verläuft. Im Stollen wurde zwischen 1917 und 1920 vergeblich nach Kohle gesucht. Als auch Seitenstollen und ein schräg aufwärts geführtes Aufhauen ergebnislos blieben, wurde das Unternehmen schließlich aufgegeben. Wie wir heute wissen, befindet sich der Stollen in den flözleeren Schichten der Ziegelschiefer-Formation und wurde deshalb geologisch gesehen zu tief angesetzt, um auf Kohle stoßen zu können.

89 Cuno-Heizkraftwerk

89 Cuno-Heizkraftwerk

Der 250 Meter hohe weiße Schornstein ist aus weiter Ferne sichtbar. Er gehört zum ehemaligen Block H2 am Kraftwerksstandort Herdecke. 1908 ging dort das erste mit Steinkohle betriebene Kraftwerk in Betrieb. Das Gelände war idealer Baugrund, da etliche in näherer Umgebung gelegene Steinkohlezechen den notwendigen Brennstoff lieferten. Zudem versorgte die Ruhr das Kraftwerk mit notwendigem Kühlwasser. Der Kraftwerksstandort in Herdecke hat lange Tradition. Seit über 100 Jahren wurde hier nach dem Leitsatz „Sauberer Strom“ kontinuierlich in neue Umwelttechniken investiert. Heute steht auf dem Gelände eine mit Erdgas betriebene umweltfreundliche Gas- und Turbinenanlage. Die Anlage ist ein Gemeinschaftsprojekt der Mark-E (Hagen) und Statkraft (Oslo). Sie ging mit einer Leistung von 400 MW im Herbst 2007 ans Netz.

90 Ruhrviadukt

90 Ruhrviadukt

Das Ruhrviadukt ist wohl das auffälligste aus Ruhrsandstein errichtete Bauwerk am Harkortsee. Die Brücke verbindet über den Schienenweg die Städte Hagen-Vorhalle und Herdecke. Für diese 30 Meter hohe Konstruktion wurden 24.400 Kubikmeter Bruchstein verwendet. Insgesamt 12 Bögen mit einer Spannweite von jeweils 20 Metern addieren sich zu einer Gesamtlänge von 313 Metern. Das Viadukt wurde 1879 als Teilstück der Strecke Dortmund-Düsseldorf der ehemaligen Rheinischen Eisenbahn eingeweiht. 1943 wurde ein Brückenpfeiler infolge der Zerstörung der Möhnetal-Sperrmauer vom Hochwasser mitgerissen. Im Zweiten Weltkrieg wurde das gesamte Bauwerk gesprengt, aber wenige Zeit später wieder originalgetreu aufgebaut.

91 Laufwasserkraftwerk Stiftsmühle

91 Laufwasserkraftwerk Stiftsmühle

Das Laufwasserkraftwerk Stiftsmühle in Herdecke befindet sich am Zusammenfluss von Ruhr und Volme. Das Kraftwerk und das dazugehörige Stauwehr wurden 1930 vom Ruhrverband errichtet. Der Verband ist noch heute Werkseigentümer. RWE Power AG ist Pächter der Anlage. Das Ruhrwasser treibt drei spezielle Turbinen an, die nach den Plänen des österreichischen Ingenieurs Viktor Kaplan (1876-1934) konstruiert wurden. Eine Informationstafel am Energiewirtschaftlichen Wanderweg stellt die Kaplan-Turbine vor.

Sie wurde für den Einsatz bei großen, stark schwankenden Wassermengen und relativ kleinen Fallhöhen entwickelt. Primär dienen das Wehr und das Kraftwerk der Bewirtschaftung von Hengstey- und Harkortsee sowie des weiter ruhraufwärts gelegenen Pumpspeicherkraftwerk Koepchenwerk. Wehr und Kraftwerksanlage sind durch eine kleine künstliche Insel verbunden, in der eine Fischaufstiegsanlage für die Wanderfische in die Volme installiert ist.