GeoRoute Lippe

Geostopp 132-135 (Variante Dorsten-Hünxe)

Dorsten

132 Hammbach

132 Hammbach

Die Region in und um Dorsten ist durch Bergsenkungen infolge des Steinkohlenbergbaus stark betroffen. Ein Bachlauf der hierdurch zeitweise seine Fließrichtung änderte, ist der Hammbach im Ortsteil Holsterhausen. 1953/54 war man daher erstmals gezwungen, das Bachbett weiter nördlich neu anzulegen. Mitte der 1990er Jahre war auch dieses neue Bett wieder abgesackt und ein erneuter Umbau stand an. Der Hammbach durfte wieder sein altes Bachbett nutzen, wo ein Pumpwerk seitdem dafür sorgt, dass das Wasser in die Lippe gelangt. Ein Teil des Wassers wird zudem über einen kleinen Wasserfall in das „alte“ künstliche Bachbett gepumpt, das hier allerdings nicht in die Lippe, sondern „rückwärts“ fließt, entgegen der Fließrichtung der Lippe, um südlich des Blauen Sees wieder in den Hammbach zu gelangen. Daher der Name „Hammbach-Rücklauf“ für dieses Gewässer. Der Streckenabschnitt entlang des 2,4 km langen Hammbach-Rücklaufs liegt auf einer 18 km langen Route „Hammbach und Lippe: Dorstener Wassererlebnisse“, entwickelt vom Lippeverband und vom Stadtmarketing Dorsten. Zwölf Infotafeln an dieser Route erläutern Zusammenhänge und Geschichte rund um das Thema Wasser im Nordwesten Dorstens.

133 Schacht Baldur

133 Schacht Baldur

Die Schächte 1 und 2 der Zeche Baldur wurden ab 1906 abgeteuft und 1930 aus wirtschaftlichen Gründen bereits wieder stillgelegt. Ein erster Versuch 1899 scheiterte aufgrund von über 100 m tief reichendem Fließsand, wasserübersättigten, gleichkörnigen Sanden mit einer sehr geringen Standfestigkeit. Dieses Problem trat beim Abteufen sehr vieler Schächte im nördlichen Ruhrgebiet auf. Ein gängiges Verfahren, diese Schwierigkeit zu beherrschen war, dass in den Sanden enthaltene Wasser rund um den Schacht zu gefrieren und den Untergrund so standfest und wasserundurchlässig zu machen. Mit Aufgabe der Schachtanlage Baldur wurde das Grubenfeld mit dem Bergwerk Fürst Leopold in Dorsten-Hervest zusammengelegt. Nachdem Schacht 2 bereits 1954 verfüllt wurde, folgte mit Stilllegung des Bergwerks Fürst Leopold auch Schacht 1 2002. Erhalten blieb die ehemalige Kohlewäsche, die von der Firma Wilhelm Nagel bereits seit 1935 als Getreidesilo genutzt wird. Auf der Nordseite des Gebäudes ist noch der Schriftzug „Baldur“ zu erkennen.

Verein für Bergbau- Industrie und Sozialgeschichte Dorsten

134/135 Wasserwerk Holsterhausen und Terrassenkante Lippe

134/135 Wasserwerk Holsterhausen und Terrassenkante Lippe

Zweigt man auf Höhe der Baldurstraße nach Westen auf eine zum Rad-Fußweg ausgebaute ehemalige Bahntrasse ab, kann man auf einer 3,3 km langen Schleife zum Wasserwerk Holsterhausen gelangen. Das Wasserwerk Dorsten-Holsterhausen wurde 1927 in Betrieb genommen. Nördlich entlang der Lippe zwischen Dorsten und Schermbeck erstreckt sich die zugehörige Brunnengalerie Holsterhausen, aus der das Grundwasser gefördert wird. Zusätzlich wurde Mitte der 1970er Jahre die Brunnengalerie Üfter Mark nördlich von Dorsten errichtet. Grundwasserspeicher sind in beiden Galerien die Halterner Sande [1] und die Recklinghäuser Sandmergel [2], die durch 70 bis 100 m tief reichende Brunnen erschlossen sind. In der Üfter Mark stehen diese Schichten unmittelbar an der Oberfläche an, während sie in Holsterhausen von den kaum wasserdurchlässigen Bottroper Mergeln überlagert werden. Die Mergel gehören in die Bottrop-Formation des Campans. Diese wiederum sind von quartären Sedimenten der Lippeniederterrasse bedeckt, aus denen hier kein Grundwasser gefördert wird.

Das Grundwasser der Galerie Holsterhausen bedarf zusätzlich einer Enteisenung. Etwas westlich der GeoRoute lässt sich im Verlauf Weges „Zum kleinen Aap“ eine ausgeprägte Terrassenkante (135) der Lippe betrachten. Eine Infotafel erläutert hier die geomorphologischen Zusammenhänge.

[1] siehe „Baggersee Flaesheim“ [2] siehe „Cappenberg, Brauereiknapp“

Texte: Abels, A. (2017): GeoRoute Lippe: Von Eisensteinen, Dünenfeldern und Mäandern der Lippe – durch den Norden des GeoPark Ruhrgebiet, Regionalverband Ruhr und GeoPark Ruhrgebiet e.V. (Hrsg.), Essen.