Pastoratsberg

GeoRoute Ruhr

Der als Naturdenkmal eingetragene Aufschluss auf dem Pastoratsberg exponiert Sandsteine, Siltsteine und Tonsteine der Sprockhövel-Formation (Oberkarbon). Neben einer großen Variationsbreite an Falten sind verschiedene tektonische Störungen aufgeschlossen. Vor Ort befindet sich eine Infotafel.

Standort

Adresse: Albermannstraße 34, Essen
UTM-Koordinaten (Zone 32): RW: 361313 HW: 5694505
ÖPNV: Bushaltestelle Klemensborn (50 m)

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Einleitung

Einleitung

Die Gesteinsschichten dieser Felswände haben sich in den Steinkohlensümpfen des Oberkarbons vor 317 Millionen Jahren gebildet. Sie gehören der Sprockhövel-Formation an und liegen zwischen zwei Steinkohlenflözen, dem älteren Hauptflöz und dem jüngeren Flöz Schieferbank, die jedoch beide nicht aufgeschlossen sind.

Ursprünglich wurden hier lockere Sedimente übereinander abgelagert, die später unter dem Gewicht der darüber liegenden Schichten zu Gestein verfestigt wurden. Vor rund 300 Millionen Jahren kam es zu Gebirgsfaltungen.

Das Gebiet befand sich damals in der „Knautschzone“ zwischen zwei Kontinenten, die sich dadurch verengte, dass das südlich gelegen Gondwana auf das nördlich gelegen Laurussia (Old Red Kontinent) zu driftete. Die Gesteinsschichten verschoben sich jährlich zwar nur um Bruchteile eines Millimeters, das Ergebnis ist nach einigen Millionen Jahren jedoch beeindruckend.

Geologisches Profil

Geologisches Profil

Sättel und Mulden

Sättel und Mulden

In dem Profil sind zwei nach oben gebogene Falten (Sättel) und zwei nach unten gebogene Falten (Mulden) sichtbar. Der Sattel vorne links geht von einem Rundbogensattel (1) nach oben in einen Spitzssattel (2) über. Im hinteren Bereich des Steinbruchs zeigt er sich als Koffersattel (3) mit horizontalem Scheitel und senkrecht stehen Flanken. Daneben liegt eine Koffermulde (4). Der Sattel auf der rechten Seite des Profils (5) setzt sich im Steinbruch auf der gegenüberliegenden Straßenseite fort.

Bei der Faltung entstanden Dehnungsrisse im Gestein, sogenannte Klüfte, die an vielen Stellen im Steinbruch sichtbar sind. Entsprechend ihrer Festigkeit reagierten die Gesteine sehr unterschiedlich auf den Gebirgsdruck. Dünne Tonsteinlagen bildeten Gleithorizonte, die Verformungen erleichtert haben. Weil die Schichten auch gegeneinander verschoben wurden, sind auf den Schichtflächen teilweise Gleitstreifen ausgebildet.

Überschiebungen und Meeresspuren

Überschiebungen und Meeresspuren

Überschiebungen sind Bewegungsbahnen, an denen die Gesteinsschichten abgerissen und gegeneinander verschoben sind. Sie entstanden während der Faltung und wurden teilweise mitgefaltet. Die größte Hauptstörung des Ruhrkarbons, die „Sutan-Überschiebung“, liegt etwa 100 m entfernt an der Jugendherberge und ist vermutlich ein Grund für die komplizierten tektonischen Verhältnisse an diesem Aufschluss.

Rippelmarken entstanden durch Wellenbewegungen, nachdem die Gesteine im flachen Wasser abgelagert wurden. Sie sind auf der Südostflanke des linken Sattels erkennbar (6) und ähneln den Wellenrippeln an heutigen Stränden.

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