GeoRoute Ruhr

Geostopp 110-116 (Hauptroute)

Schwerte/Dortmund

110 Haus Steinhausen

110 Haus Steinhausen

Der im 15. Jahrhundert erwähnte Rittersitz Steinhausen gehörte als Unterhof zum Reichshof Westhofen. Die ehemalige Wasserburg war der kleinste Adelssitz von Westhofen. Er wurde oft von Pächtern und nicht von den Eigentümern selbst bewirtschaftet. Die Eigentümer lebten meist auf bequemeren Gütern. Durch Verkauf oder Einheirat wechselten oft die Besitzer: von Wandhofen, von Wrede, von Nagel, von Pöppinghausen, von Blankennagel und von Fürstenberg-Herdringen. Steinhausen war ursprünglich von einer breiten Gräfte (Wassergraben) umgeben. 

Ältestes Gebäude ist der zweigeschossige Wohnturm von 1628. Französische Soldaten brannten den Rittersitz 1672 nieder. Kurz vor 1700 entstanden das Torhaus und das lang gestreckte Ökonomiegebäude. Das 1712/13 errichtete Herrenhaus brannte 1999 aus. Seit 1974/75 gehört Steinhausen zu Dortmund und ist denkmalgeschützt.

Im Jahr 2015 gab es einen erneuten Brand. Die Ruine ist seitdem abgesperrt und nicht zugänglich.

111 Marienstein von 1857

111 Marienstein von 1857

Die Höfe Sänger und der weiter östlich gelegene Bergerhof sind mit dem Bergbau verbunden. Der Landwirt Casper Wilhelm Sänger beantragte 1852 die Genehmigung zum Abbau von Eisenstein direkt westlich des damaligen Eisensteinfeldes Josephine im Schwerter Wald. Der Hörder Bergwerks- und Hüttenverein war Betreiber der damaligen Zeche Josephine. Er legte Einspruch gegen die Mutung von Sänger ein, blieb jedoch erfolglos. Um den konkurrierenden Eisensteinabbau des Landwirts dennoch entgegenzuwirken, sicherte sich der Verein 1853 das Kohlenfeld „Berghoff II“, das deckungsgleich zum Eisensteinfeld Josephine war. Pikanterweise war dieses Feld nach dem Bergerhof benannt. Sänger war seiner Konkurrenz finanziell unterlegen und musste 1859 seine Bergbauaktivitäten beenden. Ein denkmalgeschützter Grubenfeldbegrenzungsstein aus dem Jahr 1857 erinnert auf dem heutigen Hof Sänger an die ehemalige Eisensteinzeche Marienstein.


 

112 Lößlehm Sommerberg

112 Lößlehm Sommerberg

Vom Krinkelweg führt der Wanderweg an der Katholischen Akademie in den Schwerter Wald. Wenige Meter nach einer kleinen Brücke ist rechter Hand ein Bachtälchen. Der Bach führt nur temporär Wasser. Sein Verlauf lässt sich am Einschnitt in den Waldboden gut erkennen. Dort ist lehmiger Boden zu sehen, der vor allem durch seine gelbe Farbe auffällt. Er ist ein „eisiger Bote“ aus der über 200.000 Jahre zurückliegenden Saale-Kaltzeit. Gletscher drangen von Skandinavien bis an den Rhein und die Ruhr vor. Im Gletschervorfeld lag der gefrorene Boden blank. Der Wind hatte leichtes Spiel, feine Staubteilchen vom Boden zu heben und fortzutreiben. Im Windschatten an den Hängen des Ardeygebirges wurde das feine Sediment abgelagert. Hier im kleinen Bachlauf wurde die als Löss bezeichnete Ablagerung nochmals umgelagert und verwitterte zu Lösslehm.

113 Pingen Schwerter Wald

113 Pingen Schwerter Wald

Im Schwerter Wald westlich der Bergstraße befinden sich entlang des Wanderwegs muldenartige Vertiefungen im Waldboden. Diese Pingen entstanden durch das Zusammensacken ehemaliger Bergbauschächte. Die verstürzten Schächte gehörten zur Eisensteinzeche Josephine. Der Hörder Bergwerks- und Hüttenverein baute hier von 1853 bis 1869 Kohleneisenstein ab. Dieser Kohleneisenstein bildete sich zur Oberkarbon-Zeit in wald- und moorbesetzten, flachen Süßwasserseen mit eisenhaltigen Zuflüssen. Abseits vom Weg im westlichen Bachtal entlang der Stadtgrenze zu Schwerte befindet sich das Mundloch zum Stollen Josephine, der seit 1853 als Erbstollen fungierte. Er hatte die Aufgabe, Grubenbaue mit Frischluft zu versorgen und vom Grubenwasser zu befreien. Das heute wieder verschüttete Stollenmundloch konnte 1998 durch den Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier aufgedeckt werden.

114 Lochstein Josephine

114 Lochstein Josephine

Vom Waldparkplatz an der Bergstraße führt der Wanderweg quer durch den Schwerter Wald Richtung Freischütz. Nach etwa 170 Metern befindet sich linkerhand an einer Parkbank der Lochstein der ehemaligen Eisensteinzeche Josephine. Der zur Begrenzung des etwa einen Quadratkilometer großen Grubenfeldes Josephine aufgestellte Stein trägt die Aufschrift „Zeche Josephiene 1858“. Er steht heute nicht mehr am Originalplatz. Wenige Meter abseits vom Weg wurde 1558/59 der 33,5 Meter tiefe Schacht Paul auf das Eisensteinflöz (Wasserbank 1) abgeteuft. Ab 1859 besaß Schacht Paul eine Dampfmaschine. Sie förderte aus dem Schacht 4-Scheffel-Gefäße (200 kg) Eisenstein und Berge zu Tage.

115 Blauer See Schwerte

115 Blauer See Schwerte

Etwa auf halben Weg zwischen den Parkplätzen Bergstraße und Hörderstraße kommt man am „Blauen See“ vorbei. Der See ist auf einen stillgelegten Steinbruch zurückzuführen, in dem neben Bruchsteinen möglicherweise auch Material zur Verfüllung von offenen Grubenbauen gewonnen wurde.

116 Freischütz

116 Freischütz

1843 wurde mitten im Schwerter Wald an der Hörder Straße ein Forsthaus errichten. Es erhielt 1861 Schankerlaubnis. Nicht nur Durchreisende und Ausflügler, sondern auch Bergleute der nahe gelegenen Zeche Josephine waren zu Gast. Als 1899 die Straßenbahn von Hörde nach Schwerte am Freischütz vorbeigeführt wurde, sah der Gasthof  darin einen guten Anlass zur Erweiterung seiner Räumlichkeiten. 1900/1902 wurde ein großer Festsaal angebaut. Vereine wählten das Lokal zu ihrem Treffpunkt. Konzerte und Ausstellungen ziehen bis heute viele Gäste an, zumal es einen Reit- und Springturnierplatz und einen Märchenwald gab. Heute finden Kinder mannigfache Spielmöglichkeiten. Am Parkplatz vom Freischütz stellte der Arbeitskreis Kreis Unna des Fördervereins Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e.V. eine Übersichtstafel auf. Die Tafel informiert über den historischen Bergbau im Schwerter Wald.

Freischütz

Texte: Mügge-Bartolović, V. (2010): GeoRoute Ruhr: Durch das Tal des schwarzen Goldes, Regionalverband Ruhr und GeoPark Ruhrgebiet e.V. (Hrsg.), Essen.