GeoRoute Lippe

Geostopp 144-147 (Variante Dorsten-Hünxe)

Hünxe

144 Schlossmühle Gartrop

144 Schlossmühle Gartrop

Die Außenmauern der Schlossmühle Gartrop bestehen aus großen Sandsteinblöcken der Haltern-Formation sowie aus Ziegelsteinen. Mindestens zwei Sandsteinvarianten sind in der Südwand leicht zu erkennen: fleckig-ockergelbe, große Blöcke mit löchriger Oberfläche und cremeweiße kleinere Blöcke mit glatter Oberfläche. Untersuchungen zeigten, dass die Sandsteine in mindestens vier Perioden verbaut wurden, wobei die ältesten Sandsteinblöcke aus dem 15. Jahrhundert stammen.

Die noch bis 1967 betriebene Schossmühle diente als Mahl- und zeitweise auch als Walkmühle, angetrieben durch den Gartroper Mühlenbach. Mit Hilfe eines angeschlossenen Generators versorgte sie außerdem das benachbarte Schloss Gartrop während des Zweiten Weltkriegs mit Strom. Die Mühle, dessen Mahlwerk vollständig erhalten ist, wurde inzwischen saniert und zu einem Museum ausgebaut, das die Geschichte der Mühle und das Müllerhandwerk thematisiert.

Heimatverein Hünxe

145 Artesischer Brunnen Gartrop

145 Artesischer Brunnen Gartrop

Unmittelbar westlich des Schlosses Gartrop liegt am Rande einer großen Weide ein in Beton eingefasster artesischer Brunnen. Die dauerhaft sprudelnde Quelle ist eine von ehemals sehr vielen derartigen Quellen im Lippetal zwischen Hünxe und Dorsten. Die Zusammenhänge werden auf einer Infotafel an der Quelle bei Gahlen erklärt [1]. Bemerkenswert ist zudem die mächtige und seltene Flatterulme neben dem Brunnen.

[1] siehe „Artesische Quelle Gahlen“

 

146 Bühler Berge

146 Bühler Berge

Unweit südlich der Lippe am Rande der Flussaue („Bühler Aap“) durchquert die GeoRoute eine kleines Gebiet, dessen hügelige Topografie durch frühere Binnendünen verursacht ist. Diese etwas übertrieben als „Bühler Berge“ bekannten Hügel, maximal 9 m über Grund hoch, waren für die Landwirtschaft nicht nutzbar und sind daher noch heute weitgehend bewaldet.

147 Dorfkirche Hünxe

147 Dorfkirche Hünxe

Das Gebäude der heutigen evangelischen Dorfkirche Hünxe ist eine Mischung aus Ziegel- und verschieden altem Sandsteinmauerwerk. Die ältesten Teile des Außenmauerwerks stammen aus dem 13. Jahrhundert. Die ursprünglich romanische Kirche wurde im 14. Jahrhundert zu einer dreischiffigen gotischen Säulenbasilika ausgebaut. In der Außenmauer des südlichen Seitenschiffs wurde an der Basis der Ziegelmauerwand ein kleiner, gerundeter Quarzit eingemauert, ein sogenannter Teufelsstein. Dies rührt von einer Legende her, wonach die Hünxer besonders gläubig waren, was den Teufel dazu veranlasste, Felsbrocken auf die Hünxer Kirche zu werfen, um sie zu zerstören. Doch er traf die Kirche nicht und die Felsbrocken landeten im Hünxer Wald, wo sie als „Teufelssteine“ heute noch liegen. Einen kleinen Teufelsstein haben die Hünxer dann in ihrer Dorfkirche eingemauert, wodurch der Teufel in Zukunft ferngehalten werden sollte. Im Hünxer Wald, rund 5,6 km südöstlich der Dorfkirche, liegen besagte vier „Teufelssteine“ von mehreren Metern Durchmesser. Es sind tertiäre Quarzite, wie sie in der Haard [1] und der Hohen Mark verbreitet vorkommen.

Die Exemplare im Hünxer Wald werden als Reste einer ursprünglich ausgedehnten und weitgehend erodierten Sandsteinschicht betrachtet, sind also keine durch Gletschereis transportierten Findlinge. Die Legende vom Steine schmeißenden Teufel findet man in der Lipperegion häufiger. So sollen auf diese Weise auch Gotteshäuser in Drevenack, Marienthal und Oer-Erkenschwick sowie der „gottesfürchtige“ Ort Sythen bei Haltern mit verschiedenen in der Landschaft liegenden „Teufelssteinen“ bekämpft worden sein, entweder vom Teufel geworfen oder von ihm verloren. Freistehende Großsteine haben die Fantasie der Menschen seit jeher angeregt.

Texte: Abels, A. (2017): GeoRoute Lippe: Von Eisensteinen, Dünenfeldern und Mäandern der Lippe – durch den Norden des GeoPark Ruhrgebiet, Regionalverband Ruhr und GeoPark Ruhrgebiet e.V. (Hrsg.), Essen.

Kirchengemeinde

Weitere Informationen zu Teufelssteinen im Hünxer Wald