GeoRoute Lippe

Geostopp 105-110 (Hauptroute)

Xanten/Sonsbeck

105 Fürstenberg

105 Fürstenberg

Der Fürstenberg ist Teil der Niederrheinischen Höhen, der sich auf rund 70 km Länge in verschiedenen meist bogenförmigen Abschnitten etwa zwischen Krefeld und Niemwegen über die umliegenden Niederterrassen erhebt. Entstanden ist der Höhenzug in der vorletzten Kaltzeit, der Saale-Kaltzeit, als die Gletscher über die Norddeutsche Tiefebene am weitesten nach Südwesten vordrangen. Durch die Vorwärtsbewegung der Gletscher wurden an deren Vorderseiten der sandig-kiesige Untergrund zu Stauchendmoränen aufgeschoben, die die heutigen Höhen bilden. Das Material stammt aus den überfahrenen Haupt- und Mittelterassenablagerungen des Rheins. Hinzu kommt Material der Grundmoräne sowie Schmelzwasserablagerungen. Der Stauchprozess hat häufig zu schuppenförmigen Strukturen innerhalb der Endmoräne geführt. Der sich rund 55 m über der Rheinaue erhebende Fürstenberg stellt das östliche Ende des Xantener Stauchwallbogens dar, zu dem unter anderem weiter westlich auch die Hees[1] und die Sonsbecker Schweiz[2] gehören.  Am höchsten Punkt des Fürstenbergs führt die GeoRoute durch einen Hohlweg.

Dieser wurde vor einer endgültigen Befestigung vor allem durch die erosive Wirkung von Karrenrädern und Tierhufen in den Untergrund eingeschnitten. Abfließendes Wasser und Wind führten das Feinmaterial dann die Hänge hinab. Wurzeln von Bäumen und Büschen verleihen den Flanken hier Standfestigkeit und verhindern die Zuschüttung des Weges. Eine Informationstafel am höchsten Punkt nennt einige Fakten, unter anderem die früheste Erwähnung des Hohlweges: 1591. Weitere Hohlwege befindet sich an der GeoRoute bei Sonsbeck[1] und Olfen[3]. Auf dem Südhang des Fürstenberges befand sich von 12 v. Chr. bis 70 n. Chr. das römische Legionslager Vetera Castra, von dem ein heute noch genutztes Amphitheater erhalten ist. Westlich des Ortes Birten führt die GeoRoute an einem hohen Wetter- oder Hagelkreuz  vorbei, das aus einem grünen Kalksandstein gefertigt wurde. Es wurde erst nach dem 2. Weltkrieg geschaffen und ersetzte ein Holzkreuz.

[1]siehe „Hees und drei-Bäumchen-Berg“ [2]siehe „Sonsbecker Schweiz“ (109, 110) [3]siehe „Bohnenthal“ (43)

Informationen zum Kloster Fürstenberg

106/107 Hees und Drei-Bäumchen-Weg

106/107 Hees und Drei-Bäumchen-Weg

Die Hees ist Teil des Xantener Stauchwallbogens und bildet zusammen mit dem östlich gelegenen Fürstenberg[1] dessen östliches Ende. Die Hees ist weitgehend bewaldet und darf nur auf den Hauptwegen betreten werden. Grund ist Explosions- und Einsturzgefahr im Zusammenhang mit über 100 gesprengten Munitionsbunkern aus dem 2. Weltkrieg. Keine Bunker befinden sich am südöstlichen Ende des Gebietes auf dem Drei-Bäumchen-Berg, an dessen südlicher Flanke die GeoRoute entlangführt. Kleine Aufschlüsse am Wegesrand lassen einen Einblick in den Untergrund zu. In kleinem Maßstab wurde hier Sand und Kies gewonnen.

[1]siehe „Fürstenberg“ (105)

Informationen zur Luftwaffenmunitionsanstalt (LVR)

108 Grensdyk

108 Grensdyk

Der Grensdyck bezeichnet eine breite, von Feuchtfluren geprägte Talung zwischen Hees und Sonsbecker Schweiz, beides Abschnitte des Xantener Stauchwallbogens[1]. Die Entstehung der Vertiefung ist möglicherweise durch nach Süden abfließendes Schmelzwasser zu erklären, wodurch Material erodiert wurde und eine Lücke im Xantener Stauchwallbogen entstand. Möglich ist auch eine Entstehung oder Ausweitung als Altstromrinne des nahen Rheins in vorrömischer Zeit (Kendelniederung). Sicher hat der Rhein die Talung als Hochflutmulde genutzt. Das Areal steht zum Teil unter Naturschutz.

[1]siehe „Fürstenberg“ (105)

 

109/110 Sonsbecker Schweiz

109/110 Sonsbecker Schweiz

Die Sonsbecker Schweiz ist wie Fürstenberg[1] und Hees[2] Teil des Xantener Stauchwallbogens, entstanden durch die Gletscherbewegung in der vorletzten Kaltzeit, der Saale-Kaltzeit. Das aus mehreren Hügeln und Tälern zusammengesetzte Gebiet ist reich an Quellen, was schon die Römer dazu veranlasste, lange Wasserleitungen aus der Sonsbecker Schweiz bis in das Xantener Legionslager zu verlegen. Heute wird dieses Wasser quellnah vor allem für Fischteiche genutzt. Höchste Erhebung ist der Dürsberg (80,6 m NHN) (109). Auf Höhe des Sonsbecker Friedhofes zweigt vom Bögelschen Weg nach Westen der Dassendahler Weg ab und verläuft dann etwa parallel zu diesem. Dieser als Bodendenkmal eingetragene Weg ist ein Hohlweg[1] (110), besonders ausgeprägt über 750 m nördlich der Einmündung St. Annen-Weg.  Die Landschaftsgeschichte des Niederrheins und die geologischen Grundlagen werden anschaulich an sechs Stationen mittels Infotafeln auf einem 1,5 km langen Geologischen Wanderweg erläutert. Der Weg wurde 1984 eröffnet und 2005 saniert. Startpunkt ist der Parkplatz am Friedhof nahe dem Römerturm.

Weiter geht es in Richtung Norden den Bögelschen Weg entlang. Endpunkt ist die sechste Station am 26 m hohen Aussichtsturm auf dem Dürsberg. 2012 wurde der GeoWanderweg um einen rund 1 km langen Findlingsweg zwischen Bögelschem Weg und Landrostsche Huf ergänzt. An 11 Stationen werden hier 13 verschiedene Arten von Findlingen gezeigt, die alle aus den umliegenden Kies- und Sandabgrabungen am Niederrhein stammen. Eine 2014 aufgestellte Infotafel erläutert Herkunft und Art der Gesteine. Wie schon der „Dicke Stein“ im westfälischen Ahlen am Ostende der GeoRoute Lippe, bilden so auch am Westende der Route am Niederrhein in Sonsbeck eiszeitliche Findlinge den Abschluss.

[1]siehe „Fürstenberg“ (105) [2]siehe „Hees und Drei-Bäumchen-Berg“ (106, 107)

Texte: Abels, A. (2017): GeoRoute Lippe: Von Eisensteinen, Dünenfeldern und Mäandern der Lippe – durch den Norden des GeoPark Ruhrgebiet, Regionalverband Ruhr und GeoPark Ruhrgebiet e.V. (Hrsg.), Essen.

Mann an Sation mit Infotafel

Geologischer Wanderweg Sonsbeck

Geologischer Wanderweg und Findlingswanderweg bei Sonsbeck mit einer Länge von 1,5 Kilometern und 6 Stationen bzw. 1 km und 11 Stationen. Der Weg wird vom Verein für Denkmalpflege Sonsbeck e.V. betreut.

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