GeoTour Baldeneysee

Stauwehr (33-35)

Das Wehr, welches den größten der sechs Ruhrseen staut, gehört dem Ruhrverband. Auch in Zeiten, in denen Kläranlagen den größten Anteil, der Wasserreinigung übernehmen, erfüllt der See noch seine Funktion bei der Feinreinigung. Zu dem Wehr gehören eine Schleuse und seit 2020 ein Fischlift, um den Tieren Wanderungen, z.B. zum Aufsuchen von Laichplätzen, zu ermöglichen. Der Ruhrverband hat zu diesem Thema einen Infopoint auf dem Wehr eingerichtet, der im Sommerhalbjahr an Wochenenden geöffnet ist.

Lösungszahl: 12

Um die Lösungen der Aufgaben für diesen Streckenabschnitt zu überprüfen,müssen die ZAHLEN hinter den richtigen Antworten addiert werden. Beträgt die Summe 12, stimmen alle Lösungen. Wenn alle Streckenabschnitte absolviert sind, kann mit den BUCHSTABEN hinter allen richtigen Antworten das Lösungsrätsel gelöst werden.

Stationen und Aufgaben

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Wie wurde der Baldeneysee in den Jahren 1931-1933 gebaut?

  • ……Die Familie Krupp freute sich so auf den Seeblick, den sie von der Villa Hügel haben würde, dass sie den Bau mit Baggern und anderen Arbeitsgeräten vorangetrieben hat. (2/R)
  • …Die Arbeiten wurden im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme von tausenden arbeitslosen Essenern mit einfachen Arbeitsgeräten verrichtet. (3/L)
  • ……Auf der Baustelle waren ausschließlich Zwangsarbeiter aus Russland und Osteuropa beschäftigt. (4/E)

Das Trinkwasser der Stadt Essen wird nicht aus dem Baldeneysee, sondern flussaufwärts im Verbundwasserwerk Essen bei Burgaltendorf, Horst und Überruhr gewonnen. Hier wird das Grundwasser mit gefiltertem Flusswasser angereichert und zusammen mit Uferfiltrat mit einer Reihe modernster Verfahren zu Trinkwasser aufbereitet.

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Das Stauwehr beinhaltet auch ein Laufwasserkraftwerk. Mit dem erzeugten Strom können etwa 9000 Haushalte versorgt werden. Je größer das Gefälle zwischen einem aufgestauten See und dem Unterwasser ist, desto mehr Energie kann gewonnen werden. Die höchsten Staumauern der Welt sind rund 300 m hoch.

Wie hoch ist das Gefälle zwischen dem Baldeneysee und dem Unterwasser?

  • ……8-9 Meter (1/U)
  • …16-20 Meter (4/K)
  • ……40-50 Meter (7/W)

Die Geschichte des Baldeneysees in Sedimenten

So wie die Gesteine rund um den See die Jahrmillionen alte Erdgeschichte dokumentieren, vermitteln die Sedimente im Baldeneysee die Industriegeschichte seit seiner Aufstauung im Jahr 1933. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts nahm die Kapazität des Stausees zu. Der Bergbau unterhalb des Sees verursachte Bergesenkungen und die Sedimentationsrate war hoch. Mit nachlassender Bergbautätigkeit füllte sich der See und die Tiefe nahm ab. Das abgesetzte Material wurde gröber und die Funktion als Sedimentationsbecken nahm ab. In den Jahren 1983/84 wurde der See daher ausgebaggert. Eine Untersuchung der Sedimente vor der Ausbaggerung zeigte, dass die Ablagerung von Schwermetallen im Ruhrsediment unmittelbar nach der Schaffung des Sees einsetzte, wogegen die Ruhrsedimente darunter nahezu schwermetallfrei waren, ein Zeichen dafür, dass er seine Funktion erfüllte. Seit dem Ende der 60er Jahre verringerte sich die Schwermetallkonzentration auch im Sediment, da die Ruhr sich von der industriellen Verunreinigung erholte. Der Kohlegehalt, der in der Nähe der aktiven Zechen Pörtingssiepen und Carl Funke bis zu maximal 25 % betragen hatte, nahm mit Schließung derselben im Jahr 1973 schlagartig ab. Während des Zweiten Weltkriegs hatte man von 1941 bis 1945 das Seewasser abgelassen, um der Luftwaffe der Alliierten die Orientierung zu nehmen. In dieser Zeit wurde der See von Vegetation eingenommen, und die Ablagerungen enthalten Pflanzenwurzeln. Darin liegt eine sehr grobkörnige Schicht, welche die Möhnekatastrophe im Mai 1943 dokumentiert. Die Staumauer der Möhnetalsperre war durch die Alliierten bombardiert worden und die Flut, die sich daraufhin mit hoher Geschwindigkeit durch das Möhne- und Ruhrtal wälzte, richtete große Zerstörung an und forderte zahlreiche Menschenleben.

Neumann-Mahlkau, Peter & Niehus, Heinz-Theo (1984): Anthropogenic Effects on Sedimetary Facies in Lake Baldeney, West Germany – In: Environmental Geology, Vol. 5, Nr. 4, S. 169-167; New York

Volumen des Baldeneysees:
1933: 8,3 Mio. m3
1983 (vor dem Ausbaggern): 6,5 Mio. m3
1984 (nach dem Ausbaggern): 7,6 Mio. m3

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Hinter dem Stauwehr bleiben Fußgänger und Radfahrer auf dem Weg am Ufer bis zur ehemaligen Schleuse Neukirchen auf der rechten Seite des Weges. Die Schleuse Neukirchen wurde in den Jahren 1777/78 erbaut. Das weiße Gebäude stammt aus dem Jahr 1844 und gehörte zur benachbarten Getreidemühle.

Was geschah mit der Schleuse, als flussaufwärts das Stauwehr errichtet wurde?

  • ……Die Ruhr veränderte ihren Lauf und die ehemals auf der rechten Seite des Flusses gelegene Schleuse liegt nun auf der linken Seite. (4/Z) ……
  • Der Wasserspiegel unterhalb des Wehrs stieg und die Schleuse ertrank. (6/P)
  • ……Der Wasserspiegel unterhalb des Wehrs sank und die Schleuse fiel trocken. (8/S)

Ruhrschifffahrt

Bis zum Jahr 1780 war die Ruhr nicht durchgängig schiffbar. Untiefen und Wehre, die z.B. für Wassermühlen angelegt worden waren, erforderten das umständliche Umladen der Ware zwischen den einzelnen Abschnitten der Ruhr. Die Schleuse Neukirchen ist eine von 16 Schleusen, die auf Anordnung des Preußenkönigs Friedrich II gebaut wurden, um diese Hindernisse zu überwinden. In den folgenden 100 Jahren war die Ruhr einer der meistbefahrenen Flüsse Europas. Transportiert wurden vor allem Steinkohle und Salz aus der Saline Königsborn bei Unna. Die Schiffe, sogenannte Ruhraaken, waren Plattbodenschiffe, die flussaufwärts von Pferden auf den parallel angelegten Leinpfaden gezogen wurden. Flussabwärts trieben die Schiffe mit der Strömung. Auf dem Spielplatz der benachbarten Brehm-Insel (G) erinnert ein als Ruhraak ausgestaltetes Spielgerät an die damalige Zeit. Mit der Fertigstellung der Ruhrtalbahn konnten die Güter auf der Schiene transportiert werden und die Ruhrschiffahrt verlor an Bedeutung. Das letzte Schiff passierte 1889 die Schleusen.

GeoTour Baldeneysee

Themenweg und Rallye rund um den Baldeneysee zum Wandern und Radfahren mit einer Länge von 21 Kilometern und 35 Stationen. Der Weg wird vom GeoPark Ruhrgebiet betreut.

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Logo und Leute vor Felswand mit Logo

GeoRoute Ruhr

Streckenwanderung entlang des Ruhrtals über insgesamt 180 Kilometer Länge mit 148 geologischen und touristischen Geostopps. Die Route wird vom GeoPark Ruhrgebiet betreut.

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