Ruhrtalblick am Kahlenberg

GeoRoute Ruhr

Der Kahlenberg ist, wie der gegenüberliegende Kassenberg, ein Sandsteinhärtling in der Sprockhövel-Formation (Oberkarbon). Beide führen hier zu einer Verengung des Ruhrtals und einem relativ starken Gefälle, was seit Jahrhunderten für die Anlage von Wassermühlen genutzt wurde, die zusammen mit den Stromschnellen für die Schifffahrt ein Hindernis darstellten. Vom Aussichtspunkt bietet sich ein hervorragender Blick über das Ruhrtal in die bis zu einen Kilometer breite Saarner Ruhraue. Vor Ort befindet sich eine Infotafel.

 

Weitere Informationen

Der Aussichtspunkt liegt an der

GeoRoute Ruhr

und in der Nähe des Lehrpfads

Mülheimer Bodenschätze

In der Nähe

Witthausbusch

 

Standort

Adresse: Mendener Straße 3, Mülheim an der Ruhr (200 m)
UTM-Koordinaten (Zone 32): RW: 352743 HW: 5697893
ÖPNV: Bushaltestelle Kahlenberg (500 m)

Downloads

Zu diesem Geotop

Geologie

Geologie

Vom Aussichtspunkt am Kahlenberg genießen wir einen weiten Blick flussaufwärts in das Ruhrtal bis zur großen Mintarder Autobahnbrücke. Links öffnet sich die bis zu einem Kilometer breite Saarner Ruhraue. Direkt vor uns verengt sich das Ruhrtal aber zwischen dem Kahlenberg, auf dem wir stehen, und dem gegenüberliegenden Kassenberg auf wenige hundert Meter und die Berghänge fallen steil zur Ruhr hin ab. Ursache dafür sind die harten Sandsteine des Oberkarbons, durch die sich die Ruhr ihr Bett graben musste.

Durch die Faltung der Schichten bedingt, kreuzen die Sandsteine der Wasserbank-Gruppe hier gleich mehrfach den Ruhrlauf. Am gegenüberliegenden Kassenberg sind diese Sandsteine in großen Steinbrüchen als Baumaterial gewonnen worden.

Mit diesem letzten Hindernis verlässt die Ruhr die Mittelgebirgslandschaft und strömt als Flachlandfluss über einen Untergrund aus weicheren Kreide-Schichten unter Quartärzeitlichen Lockergesteinen zu ihrer Mündung in den Rhein bei Duisburg- Ruhrort.

Geologische Karte und Schnitt

Geologische Karte und Schnitt

Wasserkraft und Schifffahrt

Wasserkraft und Schifffahrt

Schon früh nutzten die Anwohner das stärkere Gefälle des Flusses in dem Engpass zur Anlage von Wassermühlen. Die älteste Mühle ist aus dem Jahr 1220 urkundlich belegt, der Ortsname Mülheim („Mulenheim“) ist schon aus dem Jahr 1093 bezeugt. Die zeitweilig mehr als 15 Mühlen lagen aber nicht nur an der Ruhr, sondern auch am Rombach, der heute, weitgehend verrohrt, durch die Mülheimer Innenstadt fließt. Die Stromschnellen der Ruhr und die Wehre der Mühlen stellten große Hindernisse für die Schifffahrt auf dem Fluss dar. Die Schiffer waren gezwungen, ihre Waren abzuladen und um die Hindernisse herum zu transportieren.

Von diesen Aufenthalten profitierte die bis 1806 als eigenes Territorium bestehende Herrschaft Broich, deren Burg auf dem letzten Bergsporn am linken Ruhrufer nicht nur den Verkehr auf der Ruhr kontrollierte, sondern auch die wichtige Furt des Hellwegs von Duisburg nach Essen unterhalb des Gebirgssporns. Seit der Anlage der ersten Schleuse 1780 wurde versucht, die Situation für die Schifffahrt zu verbessern. Heute erlaubt die immer noch betriebene historische Schleuse von 1845 am „Wasserbahnhof“, die in den 1920er Jahren modernisiert wurde, den Schiffsverkehr. Im Jahr 1928 wurde auch das Wasserkraftwerk „Kahlenberg“ erbaut, das mit einer Fallhöhe von 4,95 m jährlich etwa 20 Millionen KWh Strom erzeugt. Die Wehranlage unterhalb des Kahlenbergs regelt den Zufluss.

Logo und Leute vor Felswand mit Logo

GeoRoute Ruhr

Streckenwanderung entlang des Ruhrtals über insgesamt 180 Kilometer Länge mit 148 geologischen und touristischen Geostopps. Die Route wird vom GeoPark Ruhrgebiet betreut.

Mehr dazu
Mit verschiedenen Bodenschichten gefüllte Plexiglassäulen

Mülheimer Bodenschätze

Rundweg zum Thema Boden durch das Ruhrtal im Süden von Mülheim mit einer Länge von 5,6-14,9 Kilometern und 11 Stationen. Der Weg wird von der Stadt Mülheim betreut.

Mehr dazu
Gruppe von Exkursionsteilnehmern im Sommer vor See und Felswand

Steinbruch Kassenberg

Nicht frei zugänglicher Sandsteinbruch, in dem fossilreiche Ablagerungen des Kreidemeeres über den karbonzeitlichen Gesteinen liegen.

Mehr dazu