Kiesgrube Kalversberg

GeoRoute Ruhr

Auf dem Kalversberg in Mülheim an der Ruhr liegt eine alte Kiesgrube. Hier sind Gerölle einer Flussterrasse des Rheins aus dem Altpleistozän, dem ältesten Abschnitt des Quartärs, aufgeschlossen. Es handelt sich dabei um devonische Sandsteine und unterkarbonische Kieselschiefer, die der verwilderte Rhein vor 1,7 Mio. Jahren aus dem Rheinischen Schiefergebirge herantransportierte. Vor Ort befindet sich eine Infotafel.

 

Weitere Informationen

Die Kiesgrube ist die Station 9 der

GeoRoute Ruhr

 

 

Standort

Adresse: Heidedoren 102/104, Mülheim an der Ruhr
UTM-Koordinaten (Zone 32): RW: 353156 HW: 5693481
ÖPNV: Bushaltestelle Mintard Kirche (1,5 km)

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Der Kalversberg

Der Kalversberg

Der Kalversberg ist mit einer Höhe von 116 m eine der nördlichsten Kuppen der Bergischen Randhöhen, die das Niederrheingebiet im Westen gegen das Rheinische Schiefergebirge im Osten begrenzen. Nach Osten hin fällt der Berg steil zum etwa 60 m tiefer gelegenen Ruhrtal ab.

Der Berg wird nach Norden durch das steile Tal des Schmitterbachs gegen den Auberg abgegrenzt und im Süden durch ein weniger stark eingeschnittenes Tal gegen den etwas niedrigeren Mintarder Berg. Der fast 20 Meter tiefe Einschnitt der Bundesautobahn A 52 zerteilt heute den Kalversberg in einen größeren östlichen und einen kleineren westlichen Teil.

Nähert man sich dem Kalversberg von Westen her über die Selbecker Hochfläche, so erkennt man, dass die bewaldete Kuppe des Berges mit einem deutlichen Geländeknick, der in 105 - 110 m Höhe verläuft, auf diese Hochfläche aufgesetzt erscheint.

Kies am Kalversberg

Kies am Kalversberg

Betrachten wir nun den Boden im Gebiet des Berges, so stellen wir überraschend fest, dass er nicht aus Felsgestein besteht, sondern aus Sand und Kies, die hier die Bergkuppe bedecken. Früher ist dieser Kies hier sogar in einer kleinen Grube als Baumaterial gewonnen worden, deren überwachsende Böschungen im Wald noch erkennbar sind.

Die Kiese auf dem Kalversberg sind Überreste einer sehr alten Flussterrasse des Rheins, die dem ältesten Abschnitt des Quartärs, dem Altpleistozän, entstammt. Vor etwa 1.7 Millionen Jahren floss der Rhein wohl als verwilderter und in viele Arme aufgespaltener Strom in einer weiten Kies- und Schotterebene. Die Kiese und Gerölle, die er dabei ablagerte, entstammen meist dem heutigen Rheinischen Schiefergebirge.

Rhein- und Ruhrtal im Quartär

Rhein- und Ruhrtal im Quartär

Es sind vor allem devonzeitliche Sandsteine, unterkarbonische Kieselschiefer und weiße Gangquarze. Typische Gerölle der Eiszeit, wie skandinavische Granite oder Gneise fehlen in diesen Ablagerungen völlig, weil die eiszeitlichen Gletscher erst viel später, vor ca. 200.000 Jahren, in unser Gebiet vorstießen. Seit der Ablagerung dieser Kieselschichten, die als „Drüfel-Terrasse“ bezeichnet werden, hat sich das Rheinische Schiefergebirge merklich gehoben. Die Täler von Rhein und Ruhr haben sich tiefer eingeschnitten und die älteren Ablagerungen in den Tälern wurden großflächig und fast vollständig wieder abgetragen. Nur hier auf dem Kalversberg und einigen anderen Kuppen der „Bergischen Randhöhen“ haben sich kleine Reste dieses alten Rheintals erhalten.

Als die Gletscher der Saale-Kaltzeit vor rund 200.000 Jahren von Nordosten her in unser Gebiet vorstießen, war das Ruhrtal schon tief eingeschnitten und der steile Hang bildete ein Hindernis für die vordringenden Eismassen. Sie lagerten im Gebiet zwischen Mintard und Kettwig Moränenschutt ab und entwässerten über verschiedene Abflussrinnen zum Rheintal. Einer solchen Rinne folgt auch der Schmitterbach, dem die GeoRoute Ruhr in Richtung Mülheim folgt. Das ursprüngliche Gefälle des Tals war nach Westen, zum Rhein hin, gerichtet und wird heute vom Weiler Növerhof aus vom Haubach in Richtung Selbeck durchflossen. Das steile, schluchtartige Tal des Schmitterbachs in Richtung Osten ist eine ganz junge, vom Ruhrtal ausgehende Erosionsform, durch die die ursprüngliche Abflussrichtung umgekehrt wurde.

Logo und Leute vor Felswand mit Logo

GeoRoute Ruhr

Streckenwanderung entlang des Ruhrtals über insgesamt 180 Kilometer Länge mit 148 geologischen und touristischen Geostopps. Die Route wird vom GeoPark Ruhrgebiet betreut.

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Auberg

Gesteine der flözleeren Oberkarbons, die an zwei Standorten entlang der GeoRoute Ruhr aufgeschlossen sind.

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Aufschluss Ruhrtalbrücke

Aufschluss mit eiszeitlichem Frostschutt und Löss über oberkarbonischen Tonsteinen an der Mintarder Autobahnbrücke.

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