Schichtquellen Elpenbachtal

Im Oberhausener Stadteil Klosterhardt liegt das LVR-Industriemuseum St. Antonyhütte, welche 1758 gegründet und die erste Eisenhütte im Ruhrgebiet gewesen ist. Für den benachbarten Hüttenteich wurde der Elpenbach aufgestaut. Der Bach wird von zahlreichen Schichtquellen gespeist, die ihren Ursprung an der Grenze zwischen eiszeitlichen Ablagerungen und kreidezeitlichen Mergel haben. Zu der Entstehung der Schichtquellen wurde am Hüttenteich eine Infotafel aufgestellt.

LVR-Industriemuseum

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Raseneisenerz

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NRZ 13.05.2017

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LVR-Industriemuseum St. Antonyhütte

Standort

Adresse: Antoniestraße 32-34, Oberhausen (LVR-Industriemuseum)
UTM-Koordinaten (Zone 32): RW: 352449 HW: 5709848
ÖPNV: St. Antonyhütte (100 m bis Infotafel)

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St. Antonyhütte

St. Antonyhütte

Die St. Antonyhütte in Oberhausen Klosterhardt wurde 1758 eröffnet und ist die älteste Eisenhütte im Ruhrgebiet und der Ursprung des Weltkonzerns Gutehoffnungshütte. Zunächst wurde hier heimisches Raseneisenerz verarbeitet, das sich nach der Eiszeit durch Eisenausfällungen in den sumpfigen Niederungen des nördlichen Ruhrgebiets gebildet hat. Heute ist die St. Antonyhütte LVR Industriemuseum, welches neben der Dauerausstellung über die frühe Geschichte der Montanindustrie im Revier einen Industriearchäologischen Park mit den freigelegten Überresten des alten Hüttenwerks und das Museum Eisenheim zur ebenfalls in Oberhausen beheimateten ältesten Arbeiter- und Zechenkolonie des Ruhrgebiets beinhaltet. In Oberhausen-Klosterhardt, zwischen den Stadtteilen Osterfeld und Sterkrade, verläuft das Tal des Elpenbachs. An der Antoniestraße wurde dieser Bach aufgestaut. Der so geschaffene Hüttenteich bildete die Wasserversorgung der St. Antonyhütte.

Sand, Kies und Tonmergelstein

Sand, Kies und Tonmergelstein

Der Elpenbach verdankt seinen Wasserreichtum einer besonderen geologischen Situation: Die Hochfläche von Oberhausen-Klosterhardt wird weitflächig von den Kiesen und Sanden der Jüngeren Rhein-Hauptterrasse eingenommen, die bis zu 10 Meter Mächtigkeit erreichen können. Sie wurden während eines frühen Stadiums des Eiszeitalters vor ca. 800.000 Jahren vom Rhein abgelagert. Damals bildeten Rhein und Maas in der Kältesteppe ein weitverzweigtes, verwildertes Flusssystem, das viel breiter war als das heutige Rheintal.

Unter den Sand- und Kiesschichten liegen die Tonmergelsteine der Bottrop-Formation aus der Oberkreide-Zeit (vor ca. 80 Mio. Jahren). Dieser Bottroper Mergel ist ein in frischem Zustand durch das Mineral Glaukonit auffällig grün gefärbtes Gestein. Der Bottroper Mergel entstand als Ablagerung des Kreidemeeres. Früher wurde er im Raum Oberhausen – Bottrop in verschiedenen Ziegeleigruben gewonnen und liefert zahlreiche Fossilien, die auf ein warmes, gut durchlüftetes Meer mit reichem Tierleben hindeuten.

Quellen an der Schichtgrenze

Quellen an der Schichtgrenze

Während die Sande und Kiese der Rhein-Hauptterrasse ein guter Grundwasserleiter sind, der vom Wasser leicht durchströmt wird, sind die Gesteine der Bottrop-Formation praktisch wasserundurchlässig. Das versickernde Regenwasser wird da her an der Terrassenbasis von dem darunter liegenden Tonmergelstein gestaut und fließt entlang der Schichtgrenze dem tiefst möglichen Punkt zu. Dies ist im Bereich von Klosterhardt das deutlich eingeschnittene Elpenbachtal. Hier tritt das Wasser dann am Talhang entlang der Schichtgrenze zwischen Kreide und Quartär zu Tage. Der hier vorliegende Quelltyp wird daher als Schichtquelle bezeichnet. Besonders gut zu beobachten ist der Quellhorizont am Ufer des Hüttenteiches, wo ein Holzsteg an den Quellen entlangführt.