Vortrags- und Exkursionsprogramm in Kooperation mit dem Ruhr Museum

In Kooperation mit dem Ruhr Museum bietet der GeoPark Ruhrgebiet Vorträge und Exkursionen zu unterschiedlichen Themen an. Für die Teilnahme an den Exkursionen ist eine Anmeldung erforderlich. 

Führung im Steinbruch Steltenberg © Mathias Müller

28.08.2025 - Vortrag - Lagerstättenprojektion im Ruhrgebiet

Verbesserung der Lagerstättenprojektion im Ruhrrevier zur Weiterentwicklung des bergbehördlichen Risikomanagements – Eine Kooperation zwischen dem GD NRW und der BR Arnsberg

Referent: Dirk Kaufmann (Geologischer Dienst NRW)

Datum, Uhrzeit: Donnerstag, 28.08.2025, 18 Uhr

Ort: Kohlenkoksbunker, Ruhr Museum, Essen

Anmeldung: nicht  erforderlich

Das Projekt VERLAPRO – VERbesserung der LAgerstätten-PROjektion im Ruhrrevier vor dem Hintergrund des Aufbaus eines Risikomanagements für bruchauslösende bergbauliche Hohlräume stellt eine Kooperation zwischen der Bezirksregierung Arnsberg und dem Geologischen Dienst NRW dar.

Der Geologische Dienst NRW (GD NRW) und die Bezirksregierung Arnsberg Abteilung 6 – Bergbau und Energie in NRW (Bergbehörde NRW) arbeiten derzeit im Rahmen des Kooperationsprojekts VERLAPRO und in Vorbereitung eines bergbehördlichen Risikomanagements für bruchauslösenden Altbergbau an der Verbesserung der Lagerstättenprojektion im Ruhrrevier (VERLAPRO). Ziel dieses auf fünf Jahre angelegten Projektes ist es, durch die Nutzung aller verfügbaren bergbaulichen und geologischen Daten sowie Verwendung modernster Technik die bestmögliche Kenntnis über die Lage der Flöze an der Karbonoberfläche zu erlangen. Das Projektgebiet umfasst eine Gesamtfläche von ca. 1.090 km² im südlichen Ruhrgebiet. Dabei werden über 5.000 Tagesöffnungen des Bergbaus und zahlreiche Flöze detailliert in ihrer Lage analysiert und die behandelten Datensätze sukzessive optimiert. Für das geplante Risikomanagement für bruchauslösende Hohlräume ist dieses Projekt von entscheidender Bedeutung, da im Rahmen der Bearbeitung die datentechnische Grundlage für den Aufbau dieser Erweiterung des bergbehördlichen Risikomanagements Altbergbau geschaffen wird.

Idealisierter Querschnitt von oberflächen- und tagesnahem Bergbau mit verschiedenen möglichen Bergschäden © Geologischer Dienst NRW

Bergbauhistorische Wanderung im Hixterwald

Guide: Achim Ackermann (Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e.V.)

Datum, Uhrzeit: Samstag, den 25.10.2025, 10:30 Uhr (1,5 Stunden)

Treffpunkt: Parkplatz am Emscherquellhof, Quellenstraße 2, 59439 Holzwickede

Anmeldung: über die VHS Unna 

Kooperationspartner: VHS Unna

Im Südwesten von Holzwickede treten die flözführenden Schichten des Oberkarbons zu Tage. Die steilstehenden Steinkohlenflöze waren daher lange bekannt und führten hier zu einem kleinen, aber langanhaltenden Bergbaubetrieb. Die erste Erwähnung "Anlegung einer Kohlengrube im Soldischen Geholtz" war bereits im Jahre 1601. Die letzte Bergbauphase endete hier 1845. Die Wanderung führt durch den Hixterwald entlang der noch sichtbaren Zeichen der Bergbautätigkeit: Einsturztrichter und Schachtpingen mit ihrer typischen Ringhalde. Ebenso sind noch zugewachsen Steinbrüche erkennbar, in denen der flözbegleitende Sandstein abgebaut wurde. Außerdem befinden sich im Hixterwald die Quelltöpfe der Emscher, die auf ihrem Verlauf bis zum Rhein lange Zeit die Abwässer der Industrie des Ruhrgebietes aufnehmen musste.

Schachtpinge im Hixterwald

Sensationsfund im Nationalen Naturmonument Kluterthöhlensystem

Referent: Stefan Voigt (Arbeitskreis Kluterthöhle e.V.)

Datum, Uhrzeit: Donnerstag, 30.10.2025, 18 Uhr

Ort: Kohlenkoksbunker, Ruhr Museum, Essen

Anmeldung: nicht erforderlich

Seit der Entdeckung der Bismarckhöhle 1881 war klar, dass diese mit der benachbarten Kluterthöhle hydrologisch in Verbindung steht. Jeder Höhlenforscher der in dieser Region arbeitete hat sich mehr oder weniger intensiv mit der Suche nach der begehbaren Verbindung beschäftigt. Seit 1976 liegt die Erforschung der Höhlen im Klutertberg in der Hand des gem. Arbeitskreis Kluterthöhle e. V. 2010 konnte zwischen Bismarck und Kluterthöhle das Hackerloch entdeckt und bis zum Jahr 2014 auf etwa 50 Meter erkundet werden. Erst bei einer zweiten Forschungsperiode in 2024 konnte die Höhle auf 1,3 Kilometer erforscht und eine Verbindung zur Kluterthöhle freigelegt werden. Im Juli 2025 gelang es dann endlich auch die westlich gelegene Bismarckhöhle anzuschließen. Damit ist das Kluterthöhlensystem nun mit 8,7 Kilometer Ganglänge wieder die größte Höhle NRWs Die neuen Höhlenteile bergen zahllose geologische und paläontologische Schätze und zeigen wie die Höhlen des Klutertberges aussahen bevor das Inventar durch Menschen zerstört worden ist.

Pfingstdom © Stefan Voigt

Flussgeschichte(n) vonne Ruhr – von der Hauptterrasse bis zur Schiffbarmachung

Referent: Dr. Till Kasielke (GeoPark Ruhrgebiet)

Datum, Uhrzeit: Donnerstag, 27.11.2025, 18 Uhr

Ort: Kohlenkoksbunker, Ruhr Museum, Essen

Anmeldung: nicht erforderlich

Über die geologische Entstehung des Ruhrtals wissen wir dank der pleistozänen Flussterrassen bereits einiges – etwa, dass die Ruhr vor rund einer Million Jahren noch durch Castrop-Rauxel floss. Weit weniger bekannt ist hingegen die Entwicklung von Fluss und Aue in den vergangenen Jahrtausenden. Wie wild war die Ruhr ursprünglich? Wie sah ein natürlicher, unbegradigter Flusslauf in unserer Region aus? Der Vortrag präsentiert neue Forschungsergebnisse, die eine Rekonstruktion des ursprünglichen Flusssystems ermöglichen. Dabei wird deutlich, wie tiefgreifend der Mensch seit dem Mittelalter in das Gewässer eingegriffen hat – nicht nur durch Wehre, Uferbefestigungen und die spätere Schiffbarmachung. Auch die meterdicke Lehmschicht über den Schottern der Ruhraue wirft Fragen auf: Woher stammt sie – und welchen Einfluss hatte sie auf die Flussdynamik? Der Vortrag lädt ein zu einer spannenden Zeitreise entlang der Ruhr – von ihrer geologischen Entstehung über ihre historische Nutzung bis hin zur heutigen Gestalt des Flusses.

Die heutige Ruhr - ein gezähmter Fluss © Till Kasielke

Wo die Kohle herkam

Guide: Dr. Volker Wrede (GeoPark Ruhrgebiet)

Datum, Uhrzeit: Samstag, den 25.10.2025, 10:00 Uhr (7 Stunden)

Treffpunkt: Parkplatz Nachtigallstraße, Nachtigallstraße 25, 58452 Witten

Kosten: 8 € (vor Ort zu zahlen)

bis zum 08.03.2025 beim GeoPark Ruhrgebiet, E-Mail: schueppel@rvr.ruhr, Tel: +49 (0)176-52412156

Die Exkursion soll mit Privat-PKW durchgeführt werden,bei der ggf. Fahrgemeinschaften gebildet werden können. Auf der Zeche Nachtigall besteht die Möglichkeit zu einem Imbiss. Die Exkursion ist nicht barrierefrei. Festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung und Trittsicherheit erforderlich!

Kooperationspartner: LWL-Museum Zeche Nachtigall

Im Rahmen der Exkursion werden die geologischen Aufschlüsse „ehemalige Ziegeleigrube Hagen-Vorhalle“ (weltweit bedeutendster Fundpunkt karbonzeitlicher Insekten), Steinbruch „Wartenberg“ in Witten, das Besucherbergwerk „Zeche Nachtigall“ und seine Umgebung in Witten-Bommern und der „Geologische Garten“ in Bochum besucht. Drei dieser Aufschlüsse wurden als „Nationale Geotope“ ausgezeichnet, der Steinbruch Wartenberg ist nur im Rahmen von Führungen zugängig. Gezeigt wird die Entwicklung der Landschaft der Oberkarbonzeit, wie wir sie heute aus den überlieferten Gesteinen und ihrem Gehalt an Fossilien ablesen können. Dabei werden auch die Arbeitsmethoden der Geologie erklärt. Der Besuch im LWL-Industriemuseum „Zeche Nachtigall“ zeigt uns im Original, wie der Bergmann die Kohle vorgefunden hat. Wir bekommen Einblick in den historischen Kohlebergbau und erfahren, wozu sich die Kohle und ihre begleitenden Gesteine nutzen ließen. In Bochum können wir beobachten, dass die Kohle-führenden Schichten aus der Karbonzeit in einem Faltengebirge schräg gestellt wurden. Nachdem dieses Gebirge wieder abgetragen wurde, drang das Meer der Kreide-Zeit ins Ruhrgebiet vor, dessen Ablagerungen dann die gefalteten Karbonschichten überdeckten. Dieser Aufschluss lässt die Dimensionen geologischer Zeiträume erahnen.

Steinbruch Wartenberg von oben gesehen © GeoPark Ruhrgebiet